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Dialog mit Politik und Gesellschaft

Wissen teilen – Perspektiven diskutieren

Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft entwickeln bei acatech fundierte Handlungsentwürfe und bringen diese in die öffentliche und politische Debatte ein – so formuliert es das neue acatech Leitbild. In diesem Sinne trat acatech auch 2015 mit Politik, Medien und Zivilgesellschaft auf vielfältige Weise in den Dialog, diskutierte zukunftsweisende Technologien und Strukturvoraussetzungen für Innovation. Damit unterstützt die Akademie die Meinungsbildung in der Gesellschaft und die Entscheidungsfindung in der Politik.

Im Dialog mit der Politik: Expertise zu komplexen Technologien

Für ihre Beratung von politischen und gesellschaftlichen Akteuren hat sich acatech Leitlinien gegeben. Die Leitlinien ihrer Politik- und Gesellschaftsberatung und aktuelle Arbeitsfelder stellte die Akademie im März 2015 dem Bundestagsausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung vor. Den Beginn der parlamentarischen Beratung des E-Health-Gesetzes begleitete acatech mit einer weiteren Veranstaltung in der Reihe „acatech am Mittag“ im Deutschen Bundestag im Juni 2015. Die Gesprächsreihe setzt acatech seit Juli 2015 auch im Bayerischen Landtag fort: Bildung und Arbeit in der digitalen Welt standen im Mittelpunkt der Veranstaltung mit Landtagsabgeordneten. Industrie 4.0 war das Thema eines Fachgesprächs zu einem Koalitionsantrag zu Industrie 4.0 und Smart Services im Dezember 2015 im Bundestagsausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung. Hier stand acatech Präsident Henning Kagermann als Sachverständiger den Ausschussmitgliedern Rede und Antwort. Diese Themen standen auch im Mittelpunkt vielfältiger Interviews, Gastbeiträge und Medienanfragen an Expertinnen und Experten der Akademie. Unter anderem hat acatech Dreharbeiten des WDR für eine Dokumentation zur Industrie 4.0 unterstützt, die ARD und ARTE im April 2016 sendeten. Weitere Anhörungen, zu denen acatech Vertreterinnen und Vertreter in den Bundestag geladen waren, drehten sich etwa um Gesetzentwürfe zur Technologie des Fracking oder um Smart Services. Insgesamt trat acatech im Jahr 2015 mit mehr als 100 Parlamentarierinnen und Parlamentariern in Bund und Ländern in den Dialog.

„Die Veranstaltungen von acatech für Abgeordnete sind fester Bestandteil im Kalender von Politikerinnen und Politikern. Wir kommen immer wieder gerne, um aktuelle technologiepolitische Fragen mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft zu diskutieren.“

Patricia Lips (CDU), Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung, anlässlich eines Treffens mit Mitgliedern des acatech Präsidiums im Frühjahr 2016

An Politik und Wirtschaft wandte sich auch acatech Präsident Henning Kagermann in seiner Rolle als Vorsitzender der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE). Auf der Nationalen Konferenz für Elektromobilität im Juni 2015 sprach er über die Marktentwicklung und den Markthochlauf von Elektrofahrzeugen, zog eine Bilanz im Handelsblatt und wurde in der zweiten Jahreshälfte immer wieder in den Medien zum Stand des deutschen Markthochlaufs in Deutschland befragt.

Zukunft entdecken: Technikinteresse vielfältig fördern

Im Haus der Zukunft in Berlin erhält der Dialog mit der Gesellschaft über zukunftsweisende Technologien eine neue Heimat. Im Mittelpunkt der Aufbauaktivitäten standen 2015 die Definition von Ausstellungsthemen und der konzeptionelle Rahmen der Ausstellung. acatech hat sich aktiv in die Überlegungen eingebracht.

An den technikinteressierten Nachwuchs richtet sich der acatech Schülerwettbewerb „Technikentdecker“ unter Schirmherrschaft des Bayerischen Staatsministers für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, Ludwig Spaenle. Der Startschuss fiel im November 2015. Prämiert werden im Sommer 2016 kurze Videos von Schülerteams der Jahrgangsstufen 6 bis 9 aus Bayern, die Technik anschaulich und unterhaltsam erklären. Zielgruppengerecht ist der Wettbewerb auf Facebook vertreten und online unter technik-entdecker.de

Wissenschaft im Web: zeitgemäß informieren und diskutieren

Auch mit Kooperationsprojekten geht acatech online: Auf zukunft-der-industriearbeit.de informieren acatech und die Hans-Böckler-Stiftung über die Ergebnisse der gleichnamigen gemeinsamen Workshop-Reihe. Es werden Praxisbeispiele vorgestellt und in einem Kurzfilm die Veränderungen für die Beschäftigten in der Industrie 4.0 aufgezeigt.

Neue Wege beschreitet die Akademie mit dem diesjährigen Jahresbericht. Wie bereits den Newsletter TRANSFER, der seit September 2015 monatlich und ausschließlich digital erscheint, veröffentlicht acatech ihren Rückblick auf 2015 als zeitgemäßen Online-Bericht.

PUNKT PREIS FÜR TECHNIKJOURNALISMUS UND TECHNIKFOTOGRAFIE. Mit dem PUNKT Preis für Technikjournalismus und Technikfotografie zeichnete acatech 2015 in der Kategorie Multimedia Thomas Reintjes und das Team des Deutschlandfunks aus. Ihre Multimedia-Reportage „1 oder 0, Leben oder Tod“ beschäftigt sich mit unbemannten Systemen wie Robotern oder Drohnen in der Kriegsführung. Die Jury lobte neben der Relevanz des Themas unter anderem, dass die Reportage unterschiedliche Medienkanäle zusammenführt. In der Kategorie Foto kürte acatech Karoline Tiesler mit ihrer siebenteiligen Bilderserie „Schnarcher“ zur Gewinnerin. Das acatech Fotostipendium erhielt der Fotojournalismus-Student Konrad Lippert.