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Vorwort

© acatech/Ausserhofer

Liebe Leserinnen und Leser,

neue Technologien erfordern neue Partnerschaften. Dieser Gedanke durchzog die acatech Festveranstaltung im vergangenen Jahr. Der Umbau der Energieversorgung, die Mobilitätswende, die Industrie der Zukunft – all diese Innovationsthemen sind auf die Zusammenarbeit von Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft angewiesen – deutschlandweit aber auch international. Die technologischen Aufbrüche gehen über Ländergrenzen hinweg.

In Deutschland suchen die Wissenschaftsakademien im Ständigen Ausschuss regelmäßig den Schulterschluss und arbeiten gemeinsam an technologischen Zukunftsfragen. Nach diesem Vorbild werden die Akademien künftig auch in Europa ihre Kräfte bündeln. Im Mai 2015 beschloss die Europäische Kommission, die Akademien als eigenständige Säule in den neuen Scientific Advice Mechanism (SAM) aufzunehmen. acatech wird die europäische Zusammenarbeit der Akademien koordinieren.

Es ist klar: Die Fragen der Zukunft beantworten wir nicht im Elfenbeinturm. Die Menschen wollen die neuen Technologien und ihre Anwendungen mitgestalten. Mit ihrer acatech
POSTION zum automatisierten Straßenverkehr warf die Akademie Fragen auf, über die im vergangenen Jahr Medien sowie Bürgerinnen und Bürger kontrovers diskutierten. Diese rechtlichen und sozialen Fragen werden wir in der nächsten Projektphase aufgreifen.

Innovationspartnerschaften brauchen wir auch für die Gestaltung der digitalisierten Industrie und der neuen Arbeitswelt. Expertinnen und Experten von acatech traten 2015 mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft und Politik weltweit in Kontakt, um Erfahrungen und Knowhow zur Industrie 4.0 auszutauschen und die notwendigen gemeinsamen Normen und Standards in einer global vernetzen Industrie voranzutreiben.

Der Schlüssel zu guter Arbeit und Wertschöpfung liegt in der Aus- und Weiterbildung der Menschen, die in der Industrie 4.0 tätig sind. Gleichzeitig ist die Bildung in Technik und Naturwissenschaften in der Schule eine wichtige Voraussetzung, damit der Wirtschaft in Zukunft ausreichend und qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung stehen. Auch dies ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Mit dem MINT-Nachwuchsbarometer 2015 fordern acatech und die Körber Stiftung Unternehmen, Politik und Bildungsinstitutionen auf, bei der Nachwuchssicherung zusammenzuarbeiten.

Innovation braucht Offenheit. Offenheit für neue Technologien, aber auch Offenheit für die Bedenken der Bevölkerung. Um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern, sind partnerschaftliche Kooperationen von Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und Politik von immer größerer Bedeutung. Dazu hat acatech auch 2015 einen Beitrag geleistet. Und das wollen wir auch in Zukunft tun.

Berlin und München im April 2016

Prof. Dr. Reinhard F. Hüttl
acatech Präsident

Prof. Dr. Henning Kagermann
acatech Präsident

 

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Themen

Aufgaben und Ergebnisse

Struktur


Themen


Technologien

Die Welten der Dinge, der Dienste und Daten wachsen zusammen

Intelligente Maschinen und Assistenten unterstützen die Menschen bei der Arbeit. Maßgeschneiderte medizintechnische Implantate verhelfen Erkrankten zu höherer Lebensqualität. Autonome Fahrzeuge navigieren eigenständig durch den Stadtverkehr und weichen Gefahren aus. Digitalisierung, Vernetzung und neue Technologien verändern tiefgreifend unsere Arbeits- und Lebenswelt. Wo Menschen und Maschinen zusammentreffen und Daten gesammelt werden, geht es aber immer auch um Sicherheit, um den Schutz geistigen Eigentums, um Privatheit, um Haftungsfragen oder um Arbeitsplätze, kurzum: Wie können neue Technologien und vernetzte Systeme die Menschen unterstützen und zu Wohlfahrt und Wachstum beitragen? Welche Rahmenbedingungen müssen dafür gesteckt werden? acatech erarbeitet Handlungsvorschläge und -optionen, um Politik und Gesellschaft dabei zu unterstützen, diese Fragen zukunftsgerichtet zu beantworten.

Roboter-Auto: Den Weg für das automatisierte Fahren bereiten

Über das „Roboter-Auto“, das fahrerlos durch die Straßen steuert, diskutierten im vergangenen Jahr Medien sowie Bürgerinnen und Bürger kontrovers. Anlass war auch eine acatech POSITION, die die Projektgruppe „Neue autoMobilität“ auf der IAA 2015 vorstellte. Das vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur geförderte Projekt entwarf zunächst ein Zielbild für den automatisierten Straßenverkehr im Jahr 2030.

acatech kommt zu dem Schluss, dass Deutschland als Forschungsstandort und mit seiner führenden Automobilindustrie in einer guten Position ist, die Veränderungen in unserem Mobilitätssystem aktiv mitzugestalten. Geklärt werden müssen allerdings rechtliche und soziale Fragen: Wer trägt die Verantwortung, wenn das Zukunftsauto einen Unfall verursacht? Wie schützen wir die Daten vor Missbrauch? Und wie gestalten wir den Wandel der Arbeitswelt, wenn Busse und LKWs nicht mehr von Menschen gesteuert werden? Das acatech Projekt trägt diese Fragen zusammen und wird sie im Verlauf der zweiten Projektphase 2016 stärker thematisieren.

„Die entscheidenden Impulse für die Mobilitätsrevolution kommen aus dem Autoland Nr. 1, aus Deutschland.
Damit das so bleibt, müssen Schlüsseltechnologien der Mobilität 4.0 hier entwickelt, erforscht, getestet und produziert werden.“

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt anlässlich der Veröffentlichung der acatech POSITION „Neue autoMobilität“ im September 2015

Autonome Systeme: intelligente Helfer für Alltag und Extreme nutzen

Das automatisierte Fahren ist ein Beispiel für die vielfältigen Einsatzgebiete für autonome Systeme. In menschenfeindlichen Umgebungen wie der Tiefsee oder bei Rettungseinsätzen sind Roboter schon heute wertvolle Helfer. Die neue Generation autonomer Systeme geht deutlich weiter: Sie lernt selbstständig, trifft eigene Entscheidungen und kann auf unvorhersehbare Ereignisse reagieren.

Vernetzt und gesteuert durch intelligente Software könnten Maschinen den Menschen auch im Gesundheitssystem, im Haushalt oder in der Fabrik entlasten. Ob dies gelingt, liegt an der Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit autonomer Systeme, aber auch daran, ob der Einsatz solcher Systeme von der Gesellschaft mitgetragen wird. Unser Menschenbild wird herausgefordert, wenn wir uns in autonomen humanoiden Robotern gewissermaßen selbst begegnen. Welche sozialen, rechtlichen und institutionellen Anpassungen notwendig sind, um eine gelungene Einbettung autonomer Systeme in das gesellschaftliche Gefüge zu erreichen, erarbeitet seit dem Frühjahr 2015 das Fachforum "Autonome Systeme". Als Teil des Hightech-Forums der Bundesregierung analysiert das Fachforum unter der Leitung von acatech Präsident Henning Kagermann die Technologieentwicklung, die gesellschaftlichen Herausforderungen und potenzielle Geschäftsmodelle.

ARBEIT IN DER INDUSTRIE DER ZUKUNFT. Steuernde Aufgaben werden wichtiger in der individualisierten Wirtschaft. Tablets oder smarte Brillen blenden Fachkräften technische Details ein, die sie bei der Steuerung und Wartung von Anlagen brauchen. Die intelligenten Assistenten entlasten die Belegschaft und die Übersicht sowie Erfahrung älterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird immer wichtiger. Roboter arbeiten Hand in Hand mit den Menschen zusammen, insbesondere bei körperlich anstrengenden Arbeiten. Das ist in alternden Gesellschaften wie der deutschen eine wertvolle Entlastung.

Industrie 4.0: Potenzial für neue und gute Arbeit ausschöpfen

Nicht nur die neuen, intelligenten und vernetzten Produkte verändern unseren Alltag. Auch ihr Herstellungsprozess verändert unser Leben. Die zunehmende Flexibilität und Komplexität von Produktion und Logistik stellen neue Anforderungen an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Nur wenn Deutschland den Wandel der Arbeitswelt annimmt und gestaltet, kann er zu einem Zuwachs an guter Arbeit führen und die Auswirkungen des demografischen Wandels abfedern.

Mit Smart Services „made in Germany“ werden neue Arbeitsplätze geschaffen. Zur CeBIT 2015 übergab acatech den Abschlussbericht „Smart Service Welt“ an Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel.

„Das zum IT-Gipfel verkündete BMWi-Technologieprogramm ‚Smart Service Welt – Internetbasierte Dienste für die Wirtschaft‘ wurde auf der Grundlage von acatech-Erkenntnissen hierzu entwickelt.“

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel anlässlich der Übergabe des Abschlussberichts "Smart Service Welt" im März 2015

SMART SERVICES. Aufsetzend auf die intelligenten Produkte der Industrie 4.0 entstehen in der Wirtschaft der Zukunft Smart Services: Das sind Pakete aus Produkten, Dienstleistungen und Diensten, die Kunden über das Internet individuell zusammenstellen. Ein Beispiel sind Mobilitäts-Apps, die öffentliche Verkehrsmittel, Carsharing und andere Verkehrswege kombinieren. Statt eines Fahrzeuges kaufen die Menschen integrierte Mobilitätsdienstleistungen. Die intelligenten Dienste nutzen die Betriebsdaten, die die smarten Produkte der Industrie 4.0 zur Verfügung stellen und die auf neuen digitalen Plattformen gesammelt und verarbeitet werden. Welche Smart Services es in Deutschland bereits gibt und wie Plattformanbieter und -nutzer zusammengebracht werden können, diesen Fragen widmet sich das Projekt „Digitale Serviceplattformen“, das acatech im November 2015 startete.

Der Schlüssel zu einem Plus an Wertschöpfung und Arbeitsplätzen liegt in der Aus- und vor allem in der Weiterbildung der Menschen, die in der Industrie 4.0 und der digitalen Arbeitswelt tätig sind. Seit Juni 2015 analysiert ein acatech Projekt Qualifikationsbedarfe insbesondere von kleinen und mittleren Unternehmen und bewertet vorhandene Online-Lösungen zur Kompetenzentwicklung. Die Ergebnisse werden 2016 in der „Kompetenzentwicklungsstudie Industrie 4.0“ vorgelegt. Zugleich experimentiert die Akademie mit Massive Open Online Courses und testet in der Praxis, wie sich digitale Technologien für eine zeitgemäße Weiterbildung einsetzen lassen. Die Workshopreihe „Zukunft der Industriearbeit“, die die Akademie seit November 2014 gemeinsam mit der Hans-Böckler-Stiftung veranstaltet, bringt Betriebsräte, Gewerkschaften, Fachleute aus der Wissenschaft und das Management aus Unternehmen in den Dialog: Wie wird Arbeit in Zukunft organisiert, wie sieht Mitbestimmung in der Industrie 4.0 aus? Erste Antworten auf die Fragen stellt die Webseite zur Reihe vor.

Wachstum braucht Kooperation, Kooperation braucht Standardisierung

Damit aus der Industrie 4.0 Beschäftigung und Wachstum entstehen, muss Deutschland im weltweiten Wettlauf um den Spitzenplatz trotz einer guten Ausgangsposition aufholen. Dazu möchte das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie die Innovationspartnerschaft mit China ausbauen. Die Zusammenarbeit in der Industrie 4.0 zu intensivieren, war das Ziel einer Reise von Sigmar Gabriel in das Reich der Mitte im Sommer 2015. Der Wirtschaftsminister unterzeichnete in Peking eine Absichtserklärung über die Zusammenarbeit der beiden Staaten bei digitalen Industrietechnologien. acatech ermuntert auch Deutschlands große und kleine Marktführer, internationale Kooperationen zu wagen, auf diese Weise zusätzliches Wissen zu gewinnen und Innovationen zu fördern. So kann sich Deutschland Schritt für Schritt als Leitanbieter für Industrie 4.0-Lösungen etablieren.

Industrie 4.0 erfordert weltweite Zusammenarbeit, in der unter anderem gemeinsame Normen und Standards gelten. Entscheidend wird nicht nur sein, die besten Technologien zu wettbewerbsfähigen Preisen anzubieten, sondern Normen und Standards international so zu definieren, dass sie den Erfolg von Technologien aus Deutschland unterstützen. acatech startete im Juli 2015 das Projekt „Industrie 4.0 im globalen Kontext“, das einerseits die Wettbewerbsvorteile von internationalen Unternehmenskooperationen bei Forschung und Entwicklung, Normung sowie Standardisierung für Industrie 4.0 untersucht. Andererseits nimmt die Projektgruppe auch die möglichen Risiken wie die Gefährdung von Unternehmens-Knowhow ins Visier.

Individualisierte Therapien: Geeignete Rahmenbedingungen für die Medizin der Zukunft schaffen

Die Möglichkeiten, große Datenmengen zu erheben, auf digitalen Plattformen zu vernetzen und auszuwerten, prägen nicht nur die Zukunft der Industrie. Patientendaten werden die Medizin verändern. Klinische Daten, Daten aus der Analyse des Genoms oder phänotypische Daten eines Patienten werden in Registern und Datenbanken gebündelt und dienen als Ausgangspunkt für individuelle Diagnosen und Therapien. Neue Technologien ermöglichen diese Individualisierung in der Medizin. Mithilfe der additiven Fertigung, also des 3D-Drucks in der industriellen Anwendung, und mit innovativen Werkstoffen können beispielsweise auf den einzelnen Patienten zugeschnittene Implantate hergestellt werden. Auch in der individualisierten Medizin sind rechtliche und ethische Fragen zu klären. Sie betreffen den Datenschutz aber auch den Umgang mit statistisch abgeschätzten Wahrscheinlichkeiten für einen Krankheitsausbruch. Das im Juli 2015 gestartete gemeinsame Projekt mit der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und der Akademienunion unter Federführung von acatech erarbeitet mögliche Antworten auf diese Fragen und untersucht die Medizintechnik als integralen Bestandteil individualisierter Medizin.

Überblick über die acatech Projekte im Themenfeld Technologien im Jahr 2015

Vorbereitung Strategieprozess Bayern Digital Aug. 2014 - März 2015
Initiative Stadt der Zukunft Nov. 2011 - März 2015
Smart Service Welt – Internetbasierte Dienste für die Wirtschaft Nov. 2013 - Juni 2015
Wissenschaftlicher Beirat im Rahmen des Zukunftsprojektes Industrie 4.0 Sep. 2013 - Nov. 2015
Expertenbericht Biomedizinische Technik (mit der Deutschen Gesellschaft für Biomedizinische Technik) Nov. 2015 - Dez. 2015
Smart Maintenance for Smart Factories Dez. 2014 - Mai 2016
Kompetenzentwicklungsstudie Industrie 4.0 Juni 2015 - Mai 2016
Industrie 4.0 – Internationaler Benchmark, Zukunftsoptionen und Handlungsempfehlungen für die Produktionsforschung Nov. 2013 - Juni 2016
Additiv-generative Fertigung (mit Leopoldina und Akademienunion, unter Federführung von acatech) Feb. 2014 - Juni 2016
Medizintechnik und Individualisierte Medizin (mit Leopoldina und Akademienunion, unter Federführung von acatech) Juli 2015 - Sep. 2016
Industrie 4.0 im globalen Kontext Juli 2015 - Juni 2016
Industrie 4.0 Engineering of Smart Products and Services Okt. 2014 - Sep. 2016
Industrie 4.0 – Zukunft der Industriearbeit Dez. 2014 - Nov. 2016
open.acatech (MOOC) (mit Hasso-Plattner-Institut) Juni 2015 - Nov. 2016
Neue autoMobilität – Automatisierter Straßenverkehr der Zukunft Mai 2015 - Dez. 2016
Digitale Serviceplattformen – Erfolgskriterien für die Smart Service Welt Nov. 2015 - Juli 2017

Energie, Ressourcen und Nachhaltigkeit

Die Energiewende global denken

Beim Pariser Klimagipfel im Dezember 2015 hat die internationale Staatengemeinschaft beschlossen, gemeinsam die Erderwärmung zu begrenzen: In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts sollen nicht mehr Treibhausgase ausgestoßen werden als Böden, Wälder und Meere binden können. Die EU-Staaten einigten sich bereits 2014 auf gemeinsame Ziele für die Reduktion der CO2-Emissionen und den Anteil erneuerbarer Energien in der Energieversorgung bis 2030. In einer europäischen Energieunion müssen die Energiesysteme der Mitgliedsstaaten nachhaltiger gestaltet und besser vernetzt werden. Das heißt in Summe: Die deutsche Energiewende muss auch europäisch und international gedacht werden. Eine kohlenstoffarme Energieversorgung braucht Kooperation. Diesen Gedanken lebt acatech im Akademienprojekt „Energiesysteme der Zukunft“ (ESYS) sowie einer Reihe weiterer Projekte und Veranstaltungen.

Komplexität: grenzüberschreitende Wechselwirkungen berücksichtigen

Eingriffe in das Energiesystem haben häufig unerwartete Effekte. Ein Beispiel: In Deutschland wächst der Anteil erneuerbarer Energien. Daraus folgt jedoch keine Reduktion des CO2-Ausstoßes in Europa insgesamt. Die Ursache liegt abseits technischer Fragen: Die Treibhausgasmenge, die in der EU emittiert werden darf, wird durch das europäische Emissionshandelssystem (EU ETS) definiert. Durch den Anstieg erneuerbarer Energien werden Zertifikate in diesem System frei – sie erlauben dann Emissionen an anderer Stelle. Eine Arbeitsgruppe von ESYS, der gemeinsamen Initiative von acatech, der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften, untersuchte Systemzusammenhänge der Energiewende in einer im Februar 2015 veröffentlichten Analyse.

„Die Energiewende in Deutschland ist ein großer Kraftakt. Wir brauchen schnell neue Technologien und gemeinsame Forschungsanstrengungen, um sie zu meistern. Gleichzeitig müssen wir auch auf G7-Ebene die Bürgerinnen und Bürger einbinden. Ohne die Unterstützung der Bürger wird die Transformation der Energiesysteme nicht gelingen.“

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka beim Treffen der G7-Wissenschaftsminister im Oktober 2015 über den Kooperationsgedanken des Akademienprojekts ESYS

Europäische Energie- und Klimapolitik: gemeinsam internationale Maßstäbe setzen

Die Wechselwirkungen zwischen nationalen und europaweit gültigen Regulierungen machen deutlich, warum Deutschland die Energiewende nicht im Alleingang vorantreiben sollte. Vielmehr sollte Europa mit einer abgestimmten Energie- und Klimapolitik als Vorbild für globale Veränderungen wirken. Die im März 2015 veröffentlichte ESYS-Stellungnahme „Die Energiewende europäisch integrieren“ beschreibt, wie ein effektiverer Emissionshandel und ein gestärkter Strombinnenmarkt die Klima- und Energiepolitik der EU voranbringen können. Derzeit ist der Preis für die CO2-Zertifikate zu niedrig, um zusätzliche Investitionen in klimafreundliche Technologien anzustoßen. Abhilfe könnte ein fester Preiskorridor schaffen, der Mindest- und Höchstpreise pro Tonne Kohlendioxid festlegt, so die Stellungnahme von ESYS. Um den europäischen Strombinnenmarkt zu stärken, muss die Netzinfrastruktur europaweit ausgebaut werden. Auf diese Weise kann Strom auch über nationale Grenzen hinweg besser transportiert und gehandelt werden.

Stromversorgung: Stabil und nachhaltig gestalten

Das Gelingen der Energiewende hängt natürlich nicht nur von regulatorischen Maßnahmen ab, sondern auch von der technischen Machbarkeit. So stehen alle Länder, die auf einen hohen Stromanteil aus regenerativen Quellen setzen, vor der Frage: Wie überbrückt man Zeiten, in denen die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht, sogenannte dunkle Flauten? In die Diskussion brachte ESYS im Dezember 2015 die Stellungnahme „Flexibilitätskonzepte für die Stromversorgung 2050“ ein. Darin erläutert eine Arbeitsgruppe, wie die Stromversorgung im Zeitalter der erneuerbaren Energien stabilisiert werden kann. Flexibilitätstechnologien müssen die schwankende Einspeisung aus Windkraft und Photovoltaik ausgleichen. Eine wichtige Rolle spielen dabei flexible Kraftwerke, Speicher und ein effektives Lastmanagement.

ENERGIEWENDE GLOBAL: STABILE STROMVERSORGUNG MIT ERNEUERBAREN ENERGIEN. acatech fördert den internationalen Wissenstransfer, denn die deutsche Energiewende ist nicht das einzige Projekt weltweit zum Umbau der Energieversorgung. Auf der Konferenz „International Energy Systems in Transition“, die acatech gemeinsam mit der Plattform „International Electric Research Exchange“ und der RWE AG im November 2015 in Berlin veranstaltete, berichteten Fachleute aus verschiedenen Ländern: Dabei wurde deutlich, dass die Staaten – trotz unterschiedlicher Rahmenbedingungen – vor der gemeinsamen Herausforderung stehen, immer mehr fluktuierenden Strom aus Wind- und Photovoltaikanlagen in das Energiesystem zu integrieren. ESYS betrachtet flexibel befeuerbare Gaskraftwerke, die auch mit Biogas, Wasserstoff oder synthetischem Methan betrieben werden können, als wichtigen Baustein für eine stabile Energieversorgung. Damit lassen sich bis zu drei Wochen lange wind- und sonnenarme Perioden sicher überbrücken. Kurzfristige Schwankungen beim Stromangebot lassen sich am kostengünstigsten mit Demand-Side-Management (Verbrauchssteuerung) ausgleichen. So könnten in Zukunft zum Beispiel Batterien von Elektroautos und in Gebäuden mit Photovoltaikanlagen dann aufgeladen werden, wenn viel Strom zur Verfügung steht.

Gemeinschaftswerk Energiewende: Dialog und Kooperation fördern

Letztlich kann die Transformation des Energiesystems aber nur gelingen, wenn sich die Akteure entlang der energiewirtschaftlichen Wertschöpfungskette ebenso einbringen wie Wissenschaft, Politik und gesellschaftliche Gruppen. Der Aufbruch in ein nachhaltiges Energiesystem erfordert neue Partnerschaften.

Deshalb bringt das „Forschungsforum Energiewende“ Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammen. Die Wissenschaft bringt sich über das Akademienprojekt ESYS in den Dialogprozess ein. 2015 setzte die Dialogplattform auch die Arbeit an der „Strategischen Forschungsagenda“ fort. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat im September 2015 die entwickelten Vorschläge mit seiner Förderinitiative „Kopernikus-Projekte für die Energiewende“ aufgegriffen. Innerhalb der Kopernikus-Projekte werden Wissenschaft und Industrie gemeinsam mit den Anwenderinnen und Anwendern neue Energiesysteme und -konzepte soweit entwickeln, dass sie im großtechnischen Maßstab umgesetzt werden können.

ESYS SCHWARZ AUF WEISS. Das Akademienprojekt „Energiesysteme der Zukunft“ (ESYS) erarbeitet Vorschläge für die Gestaltung einer CO₂-armen, sicheren und bezahlbaren Versorgung. 2015 hat ESYS sieben Publikationen vorgelegt. Neben der Analyse „Wechselwirkungen im Energiesystem“, der Stellungnahme „Die Energiewende europäisch integrieren“ sowie der Analyse und zugehörigen Stellungnahme „Flexibilitätskonzepte für die Stromversorgung 2050“ beschreibt eine weitere Stellungnahme Leitlinien für mehr Transparenz bei der Erstellung von Energieszenarien. Darüber hinaus hat ESYS die Vielzahl energiepolitischer Ziele analysiert sowie Ergebnisse der sozialwissenschaftlichen Forschung zur Energiewende zusammengefasst und als Analysen in der Schriftenreihe „Energiesysteme der Zukunft“ veröffentlicht.

Auf den gesamtgesellschaftlichen und disziplinübergreifenden Austausch setzt auch die HUMBOLDT-VIADRINA Governance Platform. In den sogenannten Trialogen, einem mehrstündigen Gesprächsformat unter Leitung ihrer Präsidentin Gesine Schwan, greift die Plattform Themen des Akademienprojekts ESYS auf, um den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft über die Zukunft der Energieversorgung voranzutreiben. Welche Anreize motivieren die Bürgerinnen und Bürger zum Energiesparen? Wie lässt sich sicherstellen, dass künftig genügend Metalle für den Ausbau der neuen Energietechnologien verfügbar sind? Welche Vor- und Nachteile bringt ein stärker dezentral organisiertes Energiesystem mit sich? Diese technologiepolitischen Fragen diskutierten die Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Medien auf drei Trialog-Veranstaltungen im Jahr 2015.

Fracking: ein generelles Verbot ist wissenschaftlich nicht zu begründen

Eine frühzeitige Information und Einbindung der Öffentlichkeit können die Basis für ein stärkeres Vertrauen in neue Energietechnologien schaffen. Das gilt zum Beispiel für die kontrovers diskutierte Fracking-Technologie. Für den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Energieversorgung spielt Erdgas eine wichtige Rolle. Mithilfe des Schiefergas-Frackings könnte die heimische Förderung über Jahrzehnte auf derzeitigem Niveau fortgesetzt werden. Darüber hinaus ist die Tiefengeothermie eine wichtige klimaneutrale Energieoption zur Wärme- und Stromgewinnung. Auch um Erdwärme aus tiefen Gesteinsgeschichten gewinnen zu können, ist Fracking notwendig.

© Ralph Lenkert MdB

„acatech sollte sich den Mut bewahren, auch unbequeme wissenschaftliche Erkenntnisse in die Debatte einzubringen. Nur so bleibt Wissenschaft glaubwürdig.“

Ralph Lenkert, Umweltpolitischer Sprecher / Sprecher für Forschungs- und Technologiepolitik der Bundestagsfraktion Die Linke, bei einem Treffen mit Mitgliedern des acatech Präsidiums im Frühjahr 2016

Im Kontext des Gesetzgebungsverfahrens zum Fracking hat acatech im Juni 2015 die POSITION „Hydraulic Fracturing – Eine Technologie in der Diskussion“ veröffentlicht und in die politisch-gesellschaftliche Debatte eingespeist. Die Akademie kommt darin zum Ergebnis, dass sich ein generelles Fracking-Verbot auf Basis wissenschaftlicher und technischer Fakten nicht begründen lässt. Der Einsatz sollte allerdings strengen Sicherheitsstandards folgen, klar geregelt sein und umfassend überwacht werden. acatech spricht sich vor diesem Hintergrund für wissenschaftlich begleitete Pilot-/Testprojekte aus, sowohl für die Schiefergasförderung als auch für die Tiefengeothermie.

Überblick über die acatech Projekte im Themenfeld Energie, Ressourcen und Nachhaltigkeit im Jahr 2015

Hydraulic Fracturing – eine Technologie in der Diskussion Aug. 2013 – Juni 2016
Energiesysteme der Zukunft (mit Leopoldina und Akademienunion, unter Federführung von acatech) April 2013 – Feb. 2019
Forschungsforum Energiewende (mit dem Institute for Advanced Sustainability Studies und der Max-Planck-Gesellschaft) April 2013 – Feb. 2016

Bildung und Fachkräfte

Gute MINT-Bildung ist der Schlüssel für Innovation und Teilhabe

Gute Bildung in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) ist der Schlüssel für Innovation und Teilhabe. Tablets, Datenbrillen und intelligente Assistenten halten in der Industrie Einzug. Neue digitale Geschäftsmodelle und Start-ups entstehen. Für die Energiewende, neue Mobilitätskonzepte und die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft werden immer mehr MINT-Fachkräfte benötigt. Außerdem brauchen wir mündige Bürgerinnen und Bürger, die Naturwissenschaft und Technik verstehen und den gesellschaftlichen Wandel mitgestalten können. Der rasante technologische Fortschritt lässt MINT-Kompetenzen in Zukunft noch wichtiger werden – sowohl im Privatleben als auch in der Arbeitswelt, selbst in vormals technikfernen Berufen. Darüber hinaus steuert Deutschland auf einen Fachkräftemangel in technischen und techniknahen Berufen zu. Das Institut der deutschen Wirtschaft konstatierte im Herbst 2015 eine MINT-Fachkräftelücke von über 164.000 Personen – Tendenz steigend. Der drohende Fachkräftemangel bei Hochqualifizierten und in MINT-Ausbildungsberufen ist der Flaschenhals für die Innovationskraft von Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen.

MINT NACHWUCHSBAROMETER. Wie es um den MINT-Nachwuchs in Deutschland bestellt ist, zeigt das von acatech und der Körber-Stiftung herausgegebene MINT Nachwuchsbarometer. Die Studie wird seit 2014 jährlich vom Stuttgarter Forschungsinstitut Dialogik erstellt. Sie untersucht im Sinne eines Frühwarnsystems das Interesse und die Motivation für Naturwissenschaften und Technik bei Schülerinnen und Schülern, Auszubildenden und Studierenden. Untersucht werden auch die strukturellen Rahmenbedingungen der MINT-Bildung.

Berufliche MINT-Ausbildung: Berufsorientierung und Praxiseinblicke fördern

Die duale Berufsausbildung in Deutschland ist ein Erfolgsmodell. Doch es gerät immer stärker unter Druck: Das Hochschulstudium wird immer beliebter und drängt die Berufsausbildung an den Rand. Zudem erfordert der technologische Fortschritt einen Wandel der bisherigen Ausbildungsstrukturen und Inhalte. Die berufliche MINT-Ausbildung stand im Fokus des MINT Nachwuchsbarometers 2015. Ergebnis: Jugendliche entscheiden sich vermehrt gegen einen MINT-Ausbildungsberuf. Innerhalb von zehn Jahren ging die Zahl neu abgeschlossener MINT-Ausbildungsverträge um acht Prozent zurück. Zugleich fiel die Zahl der bestandenen MINT-Ausbildungsabschlüsse um 21 Prozent.

„Junge Menschen an der Schwelle zum Berufsleben sehen sich heute einer Vielzahl von Möglichkeiten gegenüber. Um sie bei dem entscheidenden Prozess der Berufswahlentscheidung künftig noch besser zu beraten und zu unterstützen, setzen wir auf eine moderne Weiterentwicklung unserer Berufsberatung – hin zu einer lebensbegleitenden und ganzheitlichen beruflichen Beratung. Unter dem Motto "Typisch ich!" machen wir unabhängig vom Geschlecht Mut, auch außerhalb tradierter Muster zu denken und insbesondere MINT-Berufe in Betracht zu ziehen.“

Frank-Jürgen Weise, Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit, in Reaktion auf die Ergebnisse des MINT Nachwuchsbarometers 2015

Zu den Ursachen für den Rückgang zählen unter anderem Defizite in der Berufsberatung, die insbesondere an den Schulen verbessert werden muss. Gleichzeitig haben MINT-Berufe ein negatives Image. Wenig Kontakt mit Menschen, ein gefährlicher – und dazu noch kalter – Arbeitsplatz und körperlich anstrengende Aufgaben: So stellen sich viele Schülerinnen und Schüler die Arbeit in MINT-Berufen vor. Um den Trend umzukehren, ist es wichtig, Einblicke in die betriebliche Praxis zu bieten. Nicht nur den Jugendlichen, auch den Lehrerinnen und Lehrern sollten Unternehmen einen vorübergehenden Seitenwechsel ermöglichen. Wie Schulen und Hochschulen sich besser mit der Wirtschaft verzahnen können, war Thema des „Querdenker-Roundtables“, den acatech im November 2015 mit der Siemens Stiftung organisierte.

Gerade mit Blick auf den fehlenden Nachwuchs für technische Ausbildungsberufe ist der akute Mangel an MINT-Lehrkräften an Berufsschulen besorgniserregend. Eine Verkürzung der Ausbildungsdauer für MINT-Berufsschullehrkräfte und ein erleichterter Quereinstieg können hier Abhilfe schaffen, empfehlen acatech und Körber-Stiftung im MINT Nachwuchsbarometer.

MINT-Nachwuchs: Deutschland braucht mehr qualifizierte Fachkräfte

Schon die Schulen können junge Menschen für Technik begeistern – ein wichtiger Baustein, um den dringend benötigten Nachwuchs in technischen und naturwissenschaftlichen Berufen zu sichern.

„Der Fachkräftemangel in den Berufen rund um MINT entwickelt sich immer mehr zum Risiko. Der jüngste Innovationsindikator hat gezeigt, wie wichtig gesellschaftliche Aufgeschlossenheit gegenüber Technik und Innovation in einem Industrieland ist. Diese gilt es zu fördern.“

Ulrich Grillo, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), zum Innovationsindikator 2015, den acatech und BDI gemeinsam veröffentlichten

Seit seiner Gründung durch acatech und die Initiative „MINT Zukunft schaffen“ der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) im Jahr 2012 hat sich das Nationale MINT Forum mit seinen 31 Mitgliedsinstitutionen als eine wichtige Stimme der MINT-Bildung in Deutschland etabliert. Auf dem jährlich von dem Forum organisierten Nationalen MINT Gipfel kamen auch 2015 wieder rund 300 Bildungsexpertinnen und -experten zusammen. Seine Rolle als Sprecher des Forums hat acatech Präsident Henning Kagermann zum 1. Juli 2015 an Nathalie von Siemens, Vorstandssprecherin der Siemens Stiftung, übergeben.

Herausforderung Studienabbruch: acatech und TU9 erforschen die Ursachen

Die Nachwuchssituation bei den akademischen MINT-Fachkräften hat sich verbessert. Das MINT Nachwuchsbarometer 2015 zeigt: Die Studiengänge in den Bereichen Mathematik, Ingenieurswissenschaften, Informatik und Technik, insbesondere die Ingenieurswissenschaften, verzeichneten bei den Studienanfängerinnen und -anfängern einen leicht positiven Trend. Dennoch stellt der Studienabbruch in den Ingenieurwissenschaften nach wie vor eine große Herausforderung für die Bildungspolitik und die Hochschulen dar. acatech und der Verband von neun führenden Technischen Universitäten in Deutschland TU9 untersuchen in einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekt gemeinsam die Ursachen aus der Binnensicht der Hochschulen und suchen nach Best-Practice-Lösungen, um die Erfolgsquoten bei gleichbleibend hoher Ausbildungsqualität zu steigern.

Individuelle Weiterbildung: Intelligente Assistenten unterstützen Azubi und Meister

Digitales Knowhow ist für den Nachwuchs wichtig, aber auch die berufserfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Unternehmen müssen sich mit der Veränderung der eigenen Tätigkeit auseinandersetzen und neue Arbeits- und Organisationsstrukturen bewältigen. Deshalb rückt die Weiterbildung in den Betrieben in den Fokus. In einer flexibilisierten Arbeitswelt treffen Menschen mit unterschiedlichen Qualifikationen und Kompetenzen auf Fertigungssysteme, die sich kontinuierlich an Produktionserfordernisse anpassen und weiterentwickeln. Intelligente Assistenzsysteme helfen den Beschäftigten dabei, komplexe Anlagen zu bedienen. Ob auf dem Touch-Bildschirm an den Maschinen, dem Smartphone, Tablet oder in der Datenbrille – die Unterstützung reicht von Bedienungsanleitungen für gerade anstehende Arbeitsschritte bis hin zum Notfalldienst. Die digitalen Assistenten setzen dabei jeweils an der individuellen Expertise des Mitarbeiters an und unterstützen bedarfsgerecht. Sie tragen so dazu bei, dass sich Beschäftigte „on the job“ fortbilden können. In dem Verbundprojekt „APPsist – Intelligente Wissensdienste für die Smart Production“ entwickeln Partner aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft im Rahmen des Technologieprogramms „AUTONOMIK für Industrie 4.0“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie Prototypen für intelligente Assistenzsysteme. acatech unterstützt das Projekt mit einem Beirat, der die Projektpartner in strategischen Fragen berät.

Überblick über die acatech Projekte im Themenfeld Bildung und Fachkräfte im Jahr 2015

Nationales MINT Forum II (mit der Initiative "MINT Zukunft schaffen") Juli 2013 - Dez. 2015
Das Labor in der ingenieurwissenschaftlichen Ausbildung Juli 2012 - März 2016
Human Resources-Kreis – Forum für Personalvorstände zur Zukunft der Arbeit Mai 2014 - Dez. 2016
MINT Nachwuchsbarometer (mit der Körber Stiftung) Juli 2013 - Juni 2017
Studienabbruch in den Ingenieurwissenschaften Aug. 2015 - Juli 2017
Beirat für das Projekt "APPsist - Intelligente Wissensdienste für die Smart Production" Juni 2014 - Dez. 2017

Technikkommunikation

Technik im Austausch mit der Gesellschaft gestalten

Ob autonomes Fahren, Fracking oder Gentechnik – wenn innovative Technologien Erfolg haben sollen, ist der Dialog mit der Gesellschaft unerlässlich. Die Öffentlichkeit sollte in einem frühen Stadium einer Technikentwicklung einbezogen werden. Dabei ist Wissen die Basis für eine informierte Debatte. Aber wie weckt man gesellschaftliches Interesse am besten, wenn der Einsatz der Technik noch in weiter Ferne zu liegen scheint? Wie vermittelt man dieses Wissen an eine breite Öffentlichkeit? Und wie bezieht man die Perspektiven der Öffentlichkeit in die Technikentwicklung mit ein? acatech setzt sich kritisch mit diesen Fragen auseinander – sowohl in der Theorie der Technik- und Wissenschaftskommunikation als auch in der praktischen Weiterentwicklung neuer Dialogformate.

Labor für Technikkommunikation: Frühzeitig die Perspektive des anderen verstehen

Ein Patentrezept für die Einbindung der Öffentlichkeit gibt es nicht. acatech testet neue Dialogformate und prüft in der Praxis, wie und wann die Gesellschaft am besten in die Technikgestaltung einbezogen werden kann. Die Projektgruppe „Künstliche Fotosynthese“ wandte sich mit einem Comic-Workshop an die Öffentlichkeit. Hier gelang es, mit Jugendlichen zu einer Technologie in einem sehr frühen Entwicklungsstadium ins Gespräch zu kommen. Bilder sagen mehr als tausend Worte – nach diesem Motto entwarfen die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Stift und Papier nach einer Einführung in die Technologie ihre Zukunftsvisionen von der Künstlichen Fotosynthese. In der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Thema sieht die Projektgruppe einen wichtigen Einstieg in die öffentliche Debatte um Chancen und Risiken der Technologie.

Eine Technologie, die seit einiger Zeit kontrovers in der Öffentlichkeit diskutiert wird, ist das Fracking, ein Verfahren zur Gewinnung von Erdöl, Erdgas oder Erdwärme aus tiefen Gesteinsschichten. Gegner fürchten Umwelt- und Gesundheitsrisiken, während Befürworter Fracking als wichtige Option für die Energieversorgung sehen.

acatech, die Bayerische Akademie der Wissenschaften und die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina luden Bürgerinnen und Bürger im Oktober 2015 zu einer Fish-Bowl-Veranstaltung zum Fracking ein. Die Diskussion förderte das Verständnis für unterschiedliche Perspektiven und Interessen. Dieses Wissen um die Perspektive des anderen ist ein wichtiger Baustein für einen konstruktiven Umgang mit Kontroversen.

Ebenfalls gemeinsam mit der Bayerischen Akademie der Wissenschaften fand im November 2015 ein Science Slam „Zukunftsstadt“ in München statt. Mit unterhaltsamen Kurzvorträgen über ihre Forschung stellten sich sieben Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler dem Publikum.

Wissenschaft in sozialen Medien: Veränderungsprozesse der Kommunikation untersuchen

Die gemeinsame Stellungnahme der Akademien „Zur Gestaltung der Kommunikation zwischen Wissenschaft, Öffentlichkeit und den Medien“ war Grundlage für eine öffentliche Diskussion über die Wissenschaftskommunikation im Bundestagsausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung im Oktober 2015. Zuvor hatte acatech ihre Expertise in ein Dialogpapier zur Wissenschaftskommunikation eingebracht, mit dem Ausschussmitglied Daniela de Ridder den politischen Diskurs zum Thema anstoßen will. Im April 2015 startete die zweite Phase des Akademienprojekts unter Leitung von Peter Weingart, die den Fokus auf die sogenannten sozialen Medien richtet. Massenmedial verbreitete Informationen können über Facebook, Twitter oder Blogs nun weitergeleitet, aber auch verändert und kommentiert werden. Zentrale Frage des Projekts ist, wie sich die speziellen Eigenschaften sozialer Medien auf die Kommunikation wissenschaftlicher Inhalte auswirken. Theorie und Praxis greifen dabei Hand in Hand: Die Arbeitsgruppe des Akademienprojekts stellt ihre Ergebnisse und Erfahrungen in einem eigenen Blog „Wissenschaftskommunikation hoch drei“ auf Scilogs zur Diskussion.

Lernwerkstatt Technikkommunikation: Wissenschaft trifft Praxis

Ihre Erfahrungen und wissenschaftlichen Erkenntnisse zur gelungenen Technikkommunikation teilt die Akademie mit jungen Wissenschaftskommunikatorinnen und -kommunikatoren. Die Lernwerkstatt Technikkommunikation, die acatech und Wissenschaft im Dialog gemeinsam veranstalten, richtet sich speziell an Nachwuchskräfte aus Wissenschaftskommunikation und Journalismus. Mit dem jährlich stattfindenden Erfahrungsaustausch rücken acatech und Wissenschaft im Dialog die Technikkommunikation in den Fokus, deren Bedeutung und Stellung innerhalb der Wissenschaftskommunikation bisher kaum gesondert betrachtet wird. Während der viertägigen Lernwerkstatt im November 2015 in München diskutierten die 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter anderem Themen wie Partizipation und soziale Medien.

TECHNIK GEMEINSAM GESTALTEN: DIALOG AM BEISPIEL DER KÜNSTLICHEN FOTOSYNTHESE. In dem interdisziplinären Projekt „Künstliche Fotosynthese – Entwicklung von Technikzukünften“ beleuchteten Expertinnen und Experten die unterschiedlichen Technikzukünfte, die mit Künstlicher Fotosynthese möglich werden und erkundeten, wie ein frühzeitiger Dialog über die Zukunftstechnik geführt werden kann. Künstliche Fotosynthese ist eine visionäre Technologie, die zum Energiemix einen wichtigen Beitrag leisten kann. Nach dem Vorbild der Pflanzen nutzt die Technologie Sonnenlicht, um aus Wasser und Kohlendioxid energiereiche Stoffe herzustellen. In vier Dialogveranstaltungen bekamen interessierte Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit, sich über Künstliche Fotosynthese zu informieren, mitzureden und mitzugestalten. Um die Künstliche Fotosynthese verständlich zu machen, entwarf die Projektgruppe unterschiedliche Techikzukünfte als Diskussionsgrundlage für die Dialogveranstaltungen. Die Erfahrungen mit den unterschiedlichen Dialogformaten dokumentiert die acatech POSITION „Technik gemeinsam gestalten. Frühzeitige Einbindung der Öffentlichkeit am Beispiel der Künstlichen Fotosynthese“, die Anfang 2016 erschien.

„Der Ansatz von acatech, Technikzukünfte mit einem partizipativen Konzept zu entwickeln, ist begrüßenswert. Allerdings stehen wir hier erst ganz am Anfang einer Entwicklung. Noch fehlt uns allen ein nachvollziehbares, übergreifendes Konzept, wie solch ein transdisziplinärer Ansatz gestaltet werden soll. Hier freue ich mich auf einen weiterhin spannenden Austausch“

Steffi Ober, Leiterin der Zivilgesellschaftlichen Plattform Forschungswende und Referentin für nachhaltige Forschung und Innovation beim Naturschutzbund NABU, zum Dialog mit der Öffentlichkeit im acatech Projekt „Künstliche Fotosynthese“

Grundfragen der Technikwissenschaften

acatech setzt sich auch mit den theoretischen und praktischen Grundfragen der Technikwissenschaften auseinander. Die Tagung „Technikwissenschaften - Ingenieurwesen – Naturwissenschaften“ im Oktober 2015 in Berlin thematisierte das Zusammenwirken der Technikwissenschaften in zwei wichtigen Bereichen: einerseits mit den Naturwissenschaften und andererseits mit der Ingenieurpraxis außerhalb der Wissenschaft. Damit sollte das Selbstverständnis der Technikwissenschaften und der Technik geschärft werden.

Überblick über die acatech Projekte im Themenfeld Technikkommunikation im Jahr 2015

Symposium Industrie – Infrastruktur – Gesellschaft Juni 2015 - Feb. 2016
Künstliche Fotosynthese – Entwicklung von Technikzukünften Okt. 2013 - Feb. 2016
Kommunikation zwischen Wissenschaft, Öffentlichkeit und Medien II (mit Leopoldina und Akademienunion, unter Federführung von acatech) April 2015 - Dez. 2016
Lernwerkstatt Technikkommunikation Jan. 2014 - Dez. 2016
Veranstaltungsreihe Technikkommunikation (mit der Bayerischen Akademie der Wissenschaften) Jan. 2014 - Dez. 2016

Aufgaben und Ergebnisse


Innovationsberatung

Neue Technologien erfordern neue Partnerschaften

Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand beruhen auf Innovationen in Wissenschaft und Wirtschaft. Erhalt und Stärkung der Innovationskraft sind daher zentrale politische Ziele. Wie aber kann die Politik geeignete Rahmenbedingungen für Ideen und neue marktfähige Produkte schaffen? Mit dieser Grundfrage beschäftigt sich der von acatech seit 2010 organisierte Innovationsdialog zwischen Bundesregierung, Wirtschaft und Wissenschaft. Er ist heute die zentrale Plattform für den Austausch zwischen relevanten Akteuren des deutschen Innovationssystems.

Innovationsdialog: Zukunftsthemen erschließen

Zur Diskussion wichtiger Zukunftsthemen führt der Innovationsdialog zweimal jährlich die Bundeskanzlerin, den Bundeswirtschaftsminister, die Bundesforschungsministerin und den Chef des Bundeskanzleramts mit 16 Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft zusammen. Organisiert wird der Innovationsdialog unter Leitung von acatech Präsident Henning Kagermann von einer bei der Akademie angesiedelten Geschäftsstelle. Zu jedem Beratungsthema erarbeitet die Geschäftsstelle ein vorbereitendes Dossier.

„Für die Gestaltung wichtiger Zukunftsthemen wie Globalisierung, Digitalisierung und Industrie 4.0 brauchen wir Offenheit und eine partnerschaftliche Zusammenarbeit von Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und Staat. acatech schafft dabei wie ein Leuchtturm Orientierung in der deutschen Innovationslandschaft und fördert Kooperation.“

Sigmar Gabriel, Bundesminister für Wirtschaft und Energie, anlässlich der acatech Festveranstaltung im Oktober 2015

Digitalisierung: Chancen der Vernetzung nutzen

Nachdem der Innovationsdialog im Jahr 2014 neu konstituiert wurde, fand am 29. April 2015 die zweite Sitzung des Innovationsdialogs in dieser Legislaturperiode statt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten über die „Digitale Vernetzung und Zukunft der Wertschöpfung in der deutschen Wirtschaft“. Digitale Ökosysteme, in denen über Plattformen sowohl Daten gesammelt als auch verarbeitet werden, bieten neuartige intelligente Dienstleistungen an. Damit entstehen neue Geschäftsmodelle, ehemals statische Wertschöpfungsketten wandeln sich zu flexiblen Wertschöpfungsnetzwerken. Unternehmen stehen damit nicht zuletzt vor der Herausforderung, die digital vernetzte Arbeit zu gestalten. Für den deutschen Wettbewerbsstandort verbinden sich mit der digitalen Transformation auch Fragen nach dem Erhalt der technologischen Souveränität bei Hardware und Software. Inhaltlich begleitet wurde das vorbereitende Dossier durch Volkmar Denner (Bosch), Ralph Dommermuth (United Internet) und Reiner Hoffmann (Deutscher Gewerkschaftsbund).

Mensch-Maschine-Interaktion: Kompetenzen vernetzen und Experimentierräume schaffen

Der Innovationsdialog am 10. November 2015 knüpfte unmittelbar an diese Fragestellungen an und vertiefte sie. Debattiert wurde über die „Innovationspotenziale der Mensch-Maschine-Interaktion“.

Deutschland verfügt über eine gute Ausgangsposition, um an den globalen Entwicklungen bei der Mensch-Maschine-Interaktion erfolgreich teilzuhaben. Die in Deutschland vorhandenen Kompetenzen – beispielsweise im maschinellen Lernen, der Sensorik und Aktorik – können allerdings besser vernetzt werden.

Auch sollten mehr Frei- und Experimentierräume möglich sein, um Forschungsergebnisse schneller in erfolgreiche Innovationen zu überführen. Dabei müssen auch individuelle sowie gesellschaftliche Anforderungen und Wertvorstellungen berücksichtigt werden. Dann kann Deutschland die Chancen der Mensch-Maschine-Interaktion für Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Lebensqualität nutzen. Bei der Vorbereitung dieses Themas wurde die Geschäftsstelle Innovationsdialog von Andreas Barner (Boehringer Ingelheim), Reimund Neugebauer (Fraunhofer-Gesellschaft), Martin Stratmann (Max-Planck-Gesellschaft) und Eberhard Veit (Festo) begleitet.

Innovationsindikator: Innovationskraft des Mittelstands stärken

Erstmals gab acatech 2015 gemeinsam mit dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) den Innovationsindikator heraus. Die jährliche Studie vergleicht die Innovationsstärke von 35 führenden Industrie- und Schwellenländern und formuliert Handlungsempfehlungen, wie die deutsche Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden kann. Die wichtigsten Ergebnisse: Deutschland kann sich in einem schwierigen weltwirtschaftlichen Umfeld im internationalen Innovationswettbewerb behaupten, bleibt aber immer noch hinter den Spitzenreitern Schweiz und Singapur zurück. Kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) gelten als das Rückgrat der deutschen Wirtschaft; ihre Innovationskraft muss gestärkt werden. Zwar kommt fast jeder zweite Hidden Champion weltweit aus Deutschland, im internationalen Innovationswettbewerb stechen deutsche KMUs aber nicht heraus. Sie benötigen einfachere Zugänge zu Forschungsprogrammen, digitalen Ökosystemen und ausländischen Fachkräften.


Internationales

Weltweite Wissensnetzwerke für globale Zukunftsfragen

Der Innovationsstandort Deutschland ist heute eng in internationale disziplinübergreifende Wissensnetzwerke eingebunden. Durch ihre internationalen Aktivitäten konnte acatech in den vergangenen Jahren zahlreiche europäische und internationale Netzwerke ausbauen, in denen eine Vielzahl von Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und gesellschaftlichen Gruppen zusammenarbeiten, Kooperationen vertiefen und Projekte anstoßen.

Scientific Advice Mechanism: Wissenschaftliche Politikberatung in Europa

Im Mai 2015 beschloss die Europäische Kommission, die Akademien als eigenständige Säule in den neuen Mechanismus zur wissenschaftlichen Politikberatung, den sogenannten Scientific Advice Mechanism (SAM), aufzunehmen. Vorbild für die Zusammenarbeit der Akademienverbünde ist das deutsche Modell der Zusammenarbeit der Akademien im Ständigen Ausschuss. acatech wird die Zusammenarbeit auf europäischer Ebene koordinieren. Die Kommission wird die unabhängige wissenschaftliche Politikberatung durch die Akademien in Europa über das Forschungsrahmenprogramm "Horizont 2020" mit 6 Millionen Euro für die nächsten vier Jahre finanzieren.

Zuvor hatte acatech Präsident Reinhard F. Hüttl in seiner Rolle als Präsident des europäischen Dachverbands der technikwissenschaftlichen Akademien (Euro-CASE) im März 2015 gemeinsam mit den Präsidenten der europäischen Akademienverbünde Academia Europaea, ALLEA, EASAC und FEAM eine Absichtserklärung zur Stärkung der Kooperation in Europa unterzeichnet. Mit europaweit rund 100 Akademien mit jeweils hunderten von Mitgliedern aller wissenschaftlichen Disziplinen sind die Akademienverbünde gut aufgestellt, um unabhängige wissenschaftliche Politikberatung auch den Europäischen Institutionen anzubieten.

© European Union, 2010

„Ich begrüße es sehr, dass die europäischen Akademien ihre Kräfte bündeln, um der EU-Kommission unabhängige, interdisziplinäre wissenschaftliche Beratung anzubieten mit dem Ziel, europäische Politikentwicklung zu unterstützen. Wir freuen uns auf eine konstruktive Zusammenarbeit.“

Robert-Jan Smits, Generaldirektor für Forschung und Innovation der Europäischen Kommission anlässlich der Unterzeichnung der Absichtserklärung der europäischen Akademienverbünde im März 2015

Engagement in Akademienverbünden: Erfahrungen mit deutscher Energiewende teilen

Im Mittelpunkt der Arbeit des internationalen Akademienverbundes CAETS standen die Themen Energieversorgung, Mobilität und Gesundheitstechnologien. acatech engagierte sich insbesondere in der Arbeitsgruppe „Energie“. Dort stellte acatech den Weg Deutschlands in ein nachhaltiges Energiesystem vor und hob hervor, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien nicht auf Stromspeicher warten müsse. Vielmehr könnten flexible Erzeuger wie Biogas- und Erdgaskraftwerke in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren Schwankungen in der Stromversorgung ausgleichen.

Außerdem führte acatech die seit sieben Jahren bestehende Kooperation mit der Falling Walls Foundation auch 2015 fort und setzte am Rande der „Falling Walls“-Konferenz gemeinsam mit den Präsidenten der Technikwissenschafts- und Wissenschaftsakademien sowie der europäischen Akademienverbünde Impulse zu wissenschaftsbasierter Politikberatung im europäischen Kontext. Die Anregungen aus der Diskussion fließen in den Prozess der Politikberatung europäischer Institutionen ein.

Kooperation mit Indien und China: Smart Cities in Schwellenländern fördern

Neben dem Engagement in den Dachverbänden hat acatech die Beziehungen zu weiteren technikwissenschaftlichen Akademien und ausgewählten Einrichtungen wie Stiftungen und Think-Tanks europa- und weltweit gestärkt. Über den europäischen Kontext hinaus konnte 2015 die Zusammenarbeit mit den Schwesterakademien in China und Indien weiter ausgebaut werden. Die erstmals im Jahr 2012 durch acatech und die Indian National Academy of Engineering (INAE) unterzeichnete Absichtserklärung wurde um weitere drei Jahre verlängert, mit dem Ziel, auch zukünftig in den Bereichen Informations- und Kommunikationstechnologien sowie Stadtentwicklung zusammenzuarbeiten. Zuletzt untersuchten deutsche und indische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der INAE das Potenzial der Industrie 4.0 für Schwellenländer. Fazit: Eine erfolgreiche Integration von Technologien der Industrie 4.0 kann das Wachstum und auch die Umweltverträglichkeit der Wirtschaft in Schwellenländern stärken, die städtische Mobilität entlasten sowie neue Arbeitsplätze schaffen. Gleichzeitig gaben die Akademien Empfehlungen, wie die deutsche Entwicklungszusammenarbeit Schwellenländer beim Aufbruch in ein neues industrielles Zeitalter unterstützen kann.


Dialog mit Politik und Gesellschaft

Wissen teilen – Perspektiven diskutieren

Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft entwickeln bei acatech fundierte Handlungsentwürfe und bringen diese in die öffentliche und politische Debatte ein – so formuliert es das neue acatech Leitbild. In diesem Sinne trat acatech auch 2015 mit Politik, Medien und Zivilgesellschaft auf vielfältige Weise in den Dialog, diskutierte zukunftsweisende Technologien und Strukturvoraussetzungen für Innovation. Damit unterstützt die Akademie die Meinungsbildung in der Gesellschaft und die Entscheidungsfindung in der Politik.

Im Dialog mit der Politik: Expertise zu komplexen Technologien

Für ihre Beratung von politischen und gesellschaftlichen Akteuren hat sich acatech Leitlinien gegeben. Die Leitlinien ihrer Politik- und Gesellschaftsberatung und aktuelle Arbeitsfelder stellte die Akademie im März 2015 dem Bundestagsausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung vor. Den Beginn der parlamentarischen Beratung des E-Health-Gesetzes begleitete acatech mit einer weiteren Veranstaltung in der Reihe „acatech am Mittag“ im Deutschen Bundestag im Juni 2015. Die Gesprächsreihe setzt acatech seit Juli 2015 auch im Bayerischen Landtag fort: Bildung und Arbeit in der digitalen Welt standen im Mittelpunkt der Veranstaltung mit Landtagsabgeordneten. Industrie 4.0 war das Thema eines Fachgesprächs zu einem Koalitionsantrag zu Industrie 4.0 und Smart Services im Dezember 2015 im Bundestagsausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung. Hier stand acatech Präsident Henning Kagermann als Sachverständiger den Ausschussmitgliedern Rede und Antwort. Diese Themen standen auch im Mittelpunkt vielfältiger Interviews, Gastbeiträge und Medienanfragen an Expertinnen und Experten der Akademie. Unter anderem hat acatech Dreharbeiten des WDR für eine Dokumentation zur Industrie 4.0 unterstützt, die ARD und ARTE im April 2016 sendeten. Weitere Anhörungen, zu denen acatech Vertreterinnen und Vertreter in den Bundestag geladen waren, drehten sich etwa um Gesetzentwürfe zur Technologie des Fracking oder um Smart Services. Insgesamt trat acatech im Jahr 2015 mit mehr als 100 Parlamentarierinnen und Parlamentariern in Bund und Ländern in den Dialog.

„Die Veranstaltungen von acatech für Abgeordnete sind fester Bestandteil im Kalender von Politikerinnen und Politikern. Wir kommen immer wieder gerne, um aktuelle technologiepolitische Fragen mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft zu diskutieren.“

Patricia Lips (CDU), Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung, anlässlich eines Treffens mit Mitgliedern des acatech Präsidiums im Frühjahr 2016

An Politik und Wirtschaft wandte sich auch acatech Präsident Henning Kagermann in seiner Rolle als Vorsitzender der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE). Auf der Nationalen Konferenz für Elektromobilität im Juni 2015 sprach er über die Marktentwicklung und den Markthochlauf von Elektrofahrzeugen, zog eine Bilanz im Handelsblatt und wurde in der zweiten Jahreshälfte immer wieder in den Medien zum Stand des deutschen Markthochlaufs in Deutschland befragt.

Zukunft entdecken: Technikinteresse vielfältig fördern

Im Haus der Zukunft in Berlin erhält der Dialog mit der Gesellschaft über zukunftsweisende Technologien eine neue Heimat. Im Mittelpunkt der Aufbauaktivitäten standen 2015 die Definition von Ausstellungsthemen und der konzeptionelle Rahmen der Ausstellung. acatech hat sich aktiv in die Überlegungen eingebracht.

An den technikinteressierten Nachwuchs richtet sich der acatech Schülerwettbewerb „Technikentdecker“ unter Schirmherrschaft des Bayerischen Staatsministers für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, Ludwig Spaenle. Der Startschuss fiel im November 2015. Prämiert werden im Sommer 2016 kurze Videos von Schülerteams der Jahrgangsstufen 6 bis 9 aus Bayern, die Technik anschaulich und unterhaltsam erklären. Zielgruppengerecht ist der Wettbewerb auf Facebook vertreten und online unter technik-entdecker.de

Wissenschaft im Web: zeitgemäß informieren und diskutieren

Auch mit Kooperationsprojekten geht acatech online: Auf zukunft-der-industriearbeit.de informieren acatech und die Hans-Böckler-Stiftung über die Ergebnisse der gleichnamigen gemeinsamen Workshop-Reihe. Es werden Praxisbeispiele vorgestellt und in einem Kurzfilm die Veränderungen für die Beschäftigten in der Industrie 4.0 aufgezeigt.

Neue Wege beschreitet die Akademie mit dem diesjährigen Jahresbericht. Wie bereits den Newsletter TRANSFER, der seit September 2015 monatlich und ausschließlich digital erscheint, veröffentlicht acatech ihren Rückblick auf 2015 als zeitgemäßen Online-Bericht.

PUNKT PREIS FÜR TECHNIKJOURNALISMUS UND TECHNIKFOTOGRAFIE. Mit dem PUNKT Preis für Technikjournalismus und Technikfotografie zeichnete acatech 2015 in der Kategorie Multimedia Thomas Reintjes und das Team des Deutschlandfunks aus. Ihre Multimedia-Reportage „1 oder 0, Leben oder Tod“ beschäftigt sich mit unbemannten Systemen wie Robotern oder Drohnen in der Kriegsführung. Die Jury lobte neben der Relevanz des Themas unter anderem, dass die Reportage unterschiedliche Medienkanäle zusammenführt. In der Kategorie Foto kürte acatech Karoline Tiesler mit ihrer siebenteiligen Bilderserie „Schnarcher“ zur Gewinnerin. Das acatech Fotostipendium erhielt der Fotojournalismus-Student Konrad Lippert.

Projekte

Projekte

Die wissenschaftlichen Mitglieder von acatech arbeiten in Projekten mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft zusammen. Die Akademie bündelt ihre Arbeit in den Themenschwerpunkten Energie, Ressourcen und Nachhaltigkeit, Technologien, Bildung und Fachkräfte sowie Technikkommunikation. Hinzu kommen übergreifende Aktivitäten wie Kooperationsprojekte mit anderen Akademien oder wissenschaftlichen Einrichtungen. Die Übersicht umfasst alle Projekte, an denen acatech 2015 arbeitete. 

acatech Projekte

Projekte mit Kooperationspartnern

Projekte des Ständigen Ausschusses

acatech, die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina und die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften arbeiten bei Projekten zur Politik- und Gesellschaftsberatung im sogenannten Ständigen Ausschuss der Nationalen Akademie der Wissenschaften zusammen.


Veranstaltungen

Veranstaltungen

Der Dialog zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik sowie den gesellschaftlichen Gruppen macht die acatech Veranstaltungen zu einem Ort des offenen Gedankenaustausches und der lebendigen Debatte. Die Liste umfasst die wichtigsten Veranstaltungen im Jahr 2015.


Publikationen


acatech Publikationen

Reihe „acatech POSITION“

In der Reihe acatech POSITION erscheinen Positionen der Akademie zu technikwissenschaftlichen und technologiepolitischen Zukunftsfragen. Die Positionen enthalten konkrete Handlungsempfehlungen und richten sich an Entscheidungsträger in Politik, Wissenschaft und Wirtschaft sowie die interessierte Öffentlichkeit. Sie werden von acatech Mitgliedern sowie weiteren Expertinnen und Experten erarbeitet und vom acatech Präsidium autorisiert und herausgegeben.

Reihe „acatech MATERIALIEN“

In der Reihe acatech MATERIALIEN erscheinen Diskussionspapiere, Vorträge und Vorstudien, die im Rahmen der acatech Projektarbeit entstanden sind. Die Bände dieser Reihe liegen in der inhaltlichen Verantwortung der jeweiligen Herausgeber und Autoren.


Schriftenreihe Akademienprojekt „Energiesysteme der Zukunft“

Schriftenreihe Akademienprojekt „Energiesysteme der Zukunft“

Das Akademienprojekt „Energiesysteme der Zukunft“ erarbeitet Stellungnahmen und Analysen zur Gestaltung der Energiewende. Stellungnahmen erscheinen in der „Schriftenreihe zur wissenschaftsbasierten Politikberatung“. 

Analysen sind Ergebnisberichte von Arbeitsgruppen. Die inhaltliche Verantwortung für Analysen liegt bei den Autorinnen und Autoren. Sofern eine Analyse Bewertungen enthält, geben diese die persönliche Meinung der Autorinnen und Autoren wieder.


Schriftenreihe des Ständigen Ausschusses der Nationalen Akademie zur wissenschaftsbasierten Politikberatung

Schriftenreihe des Ständigen Ausschusses der Nationalen Akademie zur wissenschaftsbasierten Politikberatung

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina, acatech und die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften unterstützen Politik und Gesellschaft unabhängig und wissenschaftsbasiert bei der Beantwortung von Zukunftsfragen zu aktuellen Themen. Die Akademiemitglieder und weitere Experten sind hervorragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland. In interdisziplinären Arbeitsgruppen erarbeiten sie Stellungnahmen, die nach externer Begutachtung vom Ständigen Ausschuss der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina verabschiedet und anschließend in der Schriftenreihe zur wissenschaftsbasierten Politikberatung veröffentlicht werden.


Publikationen mit Partnern

Publikationen mit Partnern


Stimmen zu acatech

„Die entscheidenden Impulse für die Mobilitätsrevolution kommen aus dem Autoland Nr. 1, aus Deutschland. Damit das so bleibt, müssen Schlüsseltechnologien der Mobilität 4.0 hier entwickelt, erforscht, getestet und produziert werden.“

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt anlässlich der Veröffentlichung der acatech POSITION „Neue autoMobilität“ im September 2015

„Das zum IT-Gipfel verkündete BMWi-Technologieprogramm ‚Smart Service Welt – Internetbasierte Dienste für die Wirtschaft‘ wurde auf der Grundlage von acatech-Erkenntnissen hierzu entwickelt.“

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel anlässlich der Übergabe des Abschlussberichts "Smart Service Welt" im März 2015

Foto: acatech/David Ausserhofer

„Wenn wir das große Potenzial der Digitalisierung nutzen wollen, müssen wir uns natürlich auch der Herausforderung der Datensicherheit und des Datenmissbrauchs stellen. Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass jeder Einzelne und jedes Unternehmen die Hoheit über die eigenen Daten behält. Ich bin sicher, wenn wir NRW 4.0 als eine gemeinsame Aufgabe verstehen, dann werden wir auch die großartigen Chancen gemeinsam nutzen können, die durch die neuen Technologien entstehen.“


Ministerpräsidentin Hannelore Kraft am acatech Akademietag in Hannover im April 2015

„Die Energiewende in Deutschland ist ein großer Kraftakt. Wir brauchen schnell neue Technologien und gemeinsame Forschungsanstrengungen, um sie zu meistern. Gleichzeitig müssen wir auch auf G7-Ebene die Bürgerinnen und Bürger einbinden. Ohne die Unterstützung der Bürger wird die Transformation der Energiesysteme nicht gelingen.“

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka beim Treffen der G7-Wissenschaftsminister im Oktober 2015 über den Kooperationsgedanken des Akademienprojekts ESYS

„Junge Menschen an der Schwelle zum Berufsleben sehen sich heute einer Vielzahl von Möglichkeiten gegenüber. Um sie bei dem entscheidenden Prozess der Berufswahlentscheidung künftig noch besser zu beraten und zu unterstützen, setzen wir auf eine moderne Weiterentwicklung unserer Berufsberatung – hin zu einer lebensbegleitenden und ganzheitlichen beruflichen Beratung. Unter dem Motto "Typisch ich!" machen wir unabhängig vom Geschlecht Mut, auch außerhalb tradierter Muster zu denken und insbesondere MINT-Berufe in Betracht zu ziehen.“

Frank-Jürgen Weise, Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit, in Reaktion auf die Ergebnisse des MINT Nachwuchsbarometers 2015

„Der Fachkräftemangel in den Berufen rund um MINT entwickelt sich immer mehr zum Risiko. Der jüngste Innovationsindikator hat gezeigt, wie wichtig gesellschaftliche Aufgeschlossenheit gegenüber Technik und Innovation in einem Industrieland ist. Diese gilt es zu fördern.“

Ulrich Grillo, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), zum Innovationsindikator 2015, den acatech und BDI gemeinsam veröffentlichten

Foto: acatech/David Ausserhofer

„Deutschland ist auf qualifizierte MINT-Fachkräfte angewiesen – aus der akademischen wie aus der beruflichen Bildung gleichermaßen. Beide Bildungsbereiche bieten jungen Menschen attraktive, flexible und gleichwertige Karrierewege.“


Bundesforschungsministerin Johanna Wanka auf dem
3. Nationalen MINT Gipfel im Juni 2015

„acatech sollte sich den Mut bewahren, auch unbequeme wissenschaftliche Erkenntnisse in die Debatte einzubringen. Nur so bleibt Wissenschaft glaubwürdig.“

Ralph Lenkert, Umweltpolitischer Sprecher / Sprecher für Forschungs- und Technologiepolitik der Bundestagsfraktion Die Linke, bei einem Treffen mit Mitgliedern des acatech Präsidiums im Frühjahr 2016

© Ralph Lenkert MdB

„Der Ansatz von acatech, Technikzukünfte mit einem partizipativen Konzept zu entwickeln, ist begrüßenswert. Allerdings stehen wir hier erst ganz am Anfang einer Entwicklung. Noch fehlt uns allen ein nachvollziehbares, übergreifendes Konzept, wie solch ein transdisizplinärer Ansatz gestaltet werden soll. Hier freue ich mich auf einen weiterhin spannenden Austausch“

Steffi Ober, Leiterin der Zivilgesellschaftlichen Plattform Forschungswende und Referentin für nachhaltige Forschung und Innovation beim Naturschutzbund NABU, zum Dialog mit der Öffentlichkeit im acatech Projekt „Künstliche Fotosynthese“

„Für die Gestaltung wichtiger Zukunftsthemen wie Globalisierung, Digitalisierung und Industrie 4.0 brauchen wir Offenheit und eine partnerschaftliche Zusammenarbeit von Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und Staat. acatech schafft dabei wie ein Leuchtturm Orientierung in der deutschen Innovationslandschaft und fördert Kooperation.“

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel anlässlich der acatech Festveranstaltung im Oktober 2015

© European Union, 2010

„Ich begrüße es sehr, dass die europäischen Akademien ihre Kräfte bündeln, um der EU-Kommission unabhängige, interdisziplinäre wissenschaftliche Beratung anzubieten mit dem Ziel, europäische Politikentwicklung zu unterstützen. Wir freuen uns auf eine konstruktive Zusammenarbeit.“

Robert-Jan Smits, Generaldirektor für Forschung und Innovation der Europäischen Kommission anlässlich der Unterzeichnung der Absichtserklärung der europäischen Akademienverbünde im März 2015

„Die Veranstaltungen von acatech für Abgeordnete sind fester Bestandteil im Kalender von Politikerinnen und Politikern. Wir kommen immer wieder gerne, um aktuelle technologiepolitische Fragen mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft zu diskutieren.“

Patricia Lips (CDU), Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung, anlässlich eines Treffens mit Mitgliedern des acatech Präsidiums im Frühjahr 2016

„Die Stärke von acatech ist es, nicht nur technologische, sondern auch ökonomische Expertise in die Themenbearbeitung einzubringen.“

Heinz Riesenhuber (CDU), Mitglied und Alterspräsident des Deutschen Bundestags, bei einem Treffen mit Mitgliedern des acatech Präsidiums im Frühjahr 2016

„Der Wettbewerb 'Technikentdecker' regt Schülerinnen und Schüler dazu an, sich kreativ mit Technologien und ihrer gesellschaftlichen Bedeutung auseinanderzusetzen. Der Wettbewerb ist deshalb eine wertvolle Ergänzung der MINT-Förderung an bayerischen Schulen und trägt dazu bei, die Begeisterung junger Menschen für Naturwissenschaften und Technik zu wecken.“

Bayerischer Kultusminister Ludwig Spaenle über seine Schirmherrschaft für den acatech Schülerwettbewerb „Technikentdecker“

Quelle: ©StMBK

Struktur


Organisation

Mitglieder

Die Mitglieder von acatech tragen die inhaltliche Arbeit der Akademie. Sie sind herausragende Expertinnen und Experten aus den Ingenieurwissenschaften und den angewandten Naturwissenschaften sowie aus den Geistes-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. In den acatech Projekten arbeiten sie mit externen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern disziplinübergreifend zusammen.

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Senat

Der Senat bildet neben den Mitgliedern die zweite Säule der Akademie. Die Mitglieder des Senats sind namhafte Persönlichkeiten aus technologieorientierten Unternehmen, Verbänden, Vereinen und Politik sowie die Präsidenten der großen Wissenschaftsorganisationen. Die Senatorinnen und Senatoren beraten die Akademie in strategischen Fragen und bündeln die Anregungen aus der Wirtschaft.

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Präsidium

Das Präsidium vertritt die Akademie nach außen und steuert sie. Es repräsentiert die zwei Säulen der Akademie: die Mitgliederversammlung wählt fünf Mitglieder des Präsidiums und ihre Stellvertretung, zwei weitere Mitglieder und ihre Stellvertretung gehören dem Senat an. Der Generalsekretär der acatech Geschäftsstelle ist Präsidiumsmitglied ohne Stimmrecht.

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Förderverein

Als von Bund und Ländern geförderter, gemeinnütziger Verein finanziert sich acatech sowohl aus öffentlichen wie auch privaten Mitteln. Private Spenden wirbt der acatech Förderverein ein. Im Förderverein engagieren sich Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. Sie sind mitentscheidend für das Zustandekommen der Akademieprojekte.

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Kuratorium

Das Kuratorium setzt sich aus Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zusammen. Es unterstützt insbesondere das Geschäftsführende Präsidium bei der strategischen Ausrichtung der Akademie. Das Kuratorium hat sich im Juli 2015 konstituiert und kommt mindestens einmal im Jahr zusammen.

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Foto: acatech/David Ausserhofer

Geschäftsstelle

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Mitglieder

Mitglieder

Die Mitglieder von acatech tragen die inhaltliche Arbeit der Akademie. Sie sind herausragende Expertinnen und Experten aus den Ingenieurwissenschaften und den angewandten Naturwissenschaften sowie aus den Geistes-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. In den acatech Projekten arbeiten sie mit externen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern disziplinübergreifend zusammen.

Neue Mitglieder 2015

Prof. Dr.-Ing. Dirk Biermann

Leiter des Instituts für Spanende Fertigung


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Prof. Dr.-Ing. Dr. h. c. Lucienne Blessing

Professorin für Ingenieurwissenschaften


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Prof. Dr. rer. nat. Thorsten Buzug

Direktor des Instituts für Medizintechnik sowie Vize-Präsident der Universität Lübeck


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Prof. Dr. Michael Dowling

Lehrstuhl für Innovations- und Technologiemanagement


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Prof. Dr.-Ing. Jörg Franke

Lehrstuhl für Fertigungsautomatisierung und Produktionssystematik


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Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Martin Gerzabek

Rektor des Instituts für Bodenforschung


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Prof. Prof. h. c. Dr.-Ing. Thomas Gries

Leiter des Instituts für Textiltechnik


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Prof. Dr. Martina Heßler

Professorin für Neuere Sozial-, Wirtschafts- und Technikgeschichte


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Prof. Dr. Katharina Kohse-Höinghaus

Professorin für Physikalische Chemie


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Prof. Dr. Katharina Morik

Lehrstuhl für Informatik VIII


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Prof. Dr. rer. nat. Max Mühlhäuser

Leiter des Fachgebiets Telekooperation


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Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Nebel

Vorsitzender des Vorstands des OFFIS Instituts für Informatik


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Prof. Dr. rer. nat. Bernd Pichler

Direktor der Abteilung für Präklinische Bildgebung und Radiopharmazie


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Prof. Dr.-Ing. Dierk Raabe

Vorsitzender der Geschäftsführung sowie Direktor des Max-Planck-Instituts für Eisenforschung


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Prof. Dr. rer. nat. Andrea Robitzki

Direktorin des Biotechnologisch-Biomedizinischen Zentrums


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Prof. Dr. rer. nat. Dirk Sauer

Leiter des Instituts für Stromrichtertechnik und Elektrische Antriebe


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Prof. Dr. rer. nat. Thomas Scholten

Lehrstuhl für Physische Geographie und Bodenkunde


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Prof. Dr. rer. nat. habil. Ulrich Schubert

Lehrstuhl für Organische Chemie II


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Prof. Dr.-Ing. habil. Ansgar Trächtler

Lehrstuhl für Regelungstechnik und Mechatronik


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Prof. Dr.-Ing. Birgit Vogel-Heuser

Lehrstuhl für Automatisierung und Informationssysteme


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Prof. Dr. Brigitte Voit

Wissenschaftliche Direktorin


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Prof. Dr. rer. biol. hum. Heike Walles

Lehrstuhl für Tissue Engineering und Regenerative Medizin


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Prof. Ph. D. Achim Wambach

Lehrstuhl am Staatswissenschaftlichen Seminar


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Prof. Dr.-Ing. Thomas Wiegand

Leiter des Fraunhofer Heinrich-Hertz-Instituts sowie Leiter des Fachgebiets Bildkommunikation


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Prof. Dr. rer. nat. Sibylle Ziegler

Leiterin der Nuklearmedizinischen Klinik und Poliklinik


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Neue außerordentliche Mitglieder 2015

Prof. Dr. techn. Dr. h. c. Josef Eberhardsteiner

Vizerektor für Infrastruktur des Instituts für Mechanik der Werkstoffe und Strukturen


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Prof. Dr. László Monostori

Leiter des Institute for Computer Science and Control der Hungarian Academy of Sciences


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Verstorbene Mitglieder

Prof. em. Dr. sc. techn. Dr. h. c. mult. Alfred Fettweis

Prof. em. für Nachrichtentechnik


Prof. em. Dr. rer. nat. Dr. h. c. mult. Heinrich Nöth

Professor em. für Anorganische Chemie


Prof. Dr.-Ing. Dr. h. c. Dr.-Ing. E. h. Gerhard Pahl

ehem. Fachgebietsleiter Produktentwicklung und Maschinenelemente


Prof. Dr.-Ing. Dr. h. c. Dr.-Ing. E. h. Norbert Peters

ehem. Direktor des Instituts für Technische Verbrennung


acatech wird ihr Andenken bewahren.


Senat

Senat

Der Senat bildet neben den Mitgliedern die zweite Säule der Akademie. Die Mitglieder des Senats sind namhafte Persönlichkeiten aus technologieorientierten Unternehmen, Verbänden, Vereinen und Politik sowie die Präsidenten der großen Wissenschaftsorganisationen. Die Senatorinnen und Senatoren beraten die Akademie in strategischen Fragen und bündeln die Anregungen aus der Wirtschaft. In den Projekten der Akademie sorgen sie für den Austausch mit der industriellen Praxis.

Neue Mitglieder des Senats 2015

Dr. Christian Bruch


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Christin Eisenschmid


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Dr. Christoph Beier


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Fernando Carro


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Dr. Gernot Kalkoffen


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Hans-Georg Krabbe


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Dr. Martin Brudermüller


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Prof. Dr. Otmar Wiestler


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Dr. Robert Bauer


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Dr. Walter Weigel


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Winfried Holz


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Ausgeschieden aus dem Senat 2015

Doris Ahnen


Achim Berg


Hermann Eul


Dr. Andreas Kreimeyer


Prof. Dr. Jürgen Mlynek


Wolfgang Reitzle


Dr. Peter Terwiesch



Präsidium

Präsidium

Das Präsidium vertritt die Akademie nach außen und steuert sie. Es repräsentiert die zwei Säulen der Akademie: die Mitgliederversammlung wählt fünf Mitglieder des Präsidiums und ihre Stellvertretung, zwei weitere Mitglieder und ihre Stellvertretung gehören dem Senat an. Der Generalsekretär der acatech Geschäftsstelle ist Präsidiumsmitglied ohne Stimmrecht. 

Neue Mitglieder des Präsidiums 2015

Dr. Andreas Kreimeyer

ehem. Vorstand der BASF SE


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Prof. Dr. Hermann Requardt

ehem. Mitglied des Vorstands der Siemens AG


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Ausgeschiedene Mitglieder des Präsidiums 2015

Prof. Dr. Dr. h. c. Utz-Hellmuth Felcht

Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bahn AG


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Dipl.-Ing. Wolfgang Mayrhuber

Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Lufthansa AG


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Förderverein

Förderverein

Als von Bund und Ländern geförderter, gemeinnütziger Verein finanziert sich acatech sowohl aus öffentlichen wie auch privaten Mitteln. Private Spenden wirbt der acatech Förderverein ein. Im Förderverein engagieren sich Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. Sie sind mitentscheidend für das Zustandekommen der Akademieprojekte. In den vergangenen Jahren unterstützte ein Kuratorium den Vorstand des Fördervereins. 2015 löste sich das Kuratorium auf.

acatech dankt ihren Unterstützern.

Vorstand des Fördervereins

Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Dr. h. c. Ekkehard Schulz

Vorsitzender des Vorstands sowie ehem. Vorstandsvorsitzender der ThyssenKrupp AG


Dr.-Ing. E. h. Bernd Pischetsrieder

Stellv. Vorsitzender des Vorstands sowie Aufsichtsratsvorsitzender der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG


Geschäftsführer des Fördervereins

Manfred Rauhmeier

Geschäftsführer acatech



Kuratorium

Kuratorium

Das Kuratorium setzt sich aus Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zusammen. Es unterstützt insbesondere das Geschäftsführende Präsidium bei der strategischen Ausrichtung der Akademie. Das Kuratorium hat sich im Juli 2015 konstituiert und kommt mindestens einmal im Jahr zusammen.

Mitglieder des Kuratoriums

Univ.-Prof. Dr.-Ing. habil. Prof. E. h. mult. Dr. h. c. mult. Hans-Jörg Bullinger

ehem. Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft


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Dr. Siegfried Dais

Gesellschafter der Robert Bosch Industrietreuhand KG


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Prof. Dr. Dr. h. c. Utz-Hellmuth Felcht

Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bahn AG


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Prof. Dr. Peter Gruss

Max-Planck-Institut für Biochemie


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Prof. Dr. Renate Köcher

Institutsleitung des Instituts für Demoskopie Allensbach


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Prof. Dr.-Ing. Dr. h. c. mult. Dr.-Ing. E. h. mult. Joachim Milberg

ehem. Aufsichtsratsvorsitzender der BMW Group


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Dr. Reinhard Ploss

Vorstandsvorsitzender der Infineon Technologies AG


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Stefan Quandt

Verwaltungsratsvorsitzender und Geschäftsführender Direktor von AQTON SE


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Prof. Dr.-Ing. Siegfried Russwurm

Mitglied des Vorstands der Siemens AG


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Dr.-Ing. Eberhard Veit

ehem. Vorstandsvorsitzender der Festo AG & Co. KG


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Ulrich Wilhelm

Intendant des Bayerischen Rundfunks


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Dr.-Ing. E. h. Manfred Wittenstein

Vorsitzender des Aufsichtsrats der Wittenstein AG


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Geschäftsstelle


Finanzen

Einnahmen

Förderung

Projektförderung

privat

  • Bayer AG
  • Continental AG
  • Daimler AG
  • Ericsson GmbH
  • Evonik Industries AG
  • Ford-Werke GmbH
  • IBM Deutschland GmbH
  • Jacobs Stiftung
  • KEX Knowledge Exchange AG
  • Körber-Stiftung
  • Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG
  • Quandt, Stefan
  • Bosch GmbH
  • Robert Bosch Stiftung GmbH
  • Wacker Chemie AG
  • Wirtschaftsverband für Industrieservice e.V.
  • Zeidler-Forschungs-Stiftung
  • ZF Friedrichshafen AG

Förderverein

  • A.T. Kearney GmbH
  • ABB AG
  • Accenture GmbH
  • Atos IT Solutions and Services GmbH
  • AUDI AG
  • BASF SE
  • Bayer AG
  • Beckhoff Automation GmbH & Co. KG
  • Bertelsmann SE & Co. KGaA
  • BITKOM e.V.
  • BMW AG
  • BSH Hausgeräte GmbH
  • Brose Fahrzeugteile GmbH & Co. KG
  • Carl Zeiss AG
  • Clariant SE
  • Daimler AG
  • DEKRA e.V.
  • Deutsche Börse AG
  • Deutsche Post AG
  • Deutscher Sparkassen- und Giroverband e.V.
  • Duisburger Hafen AG
  • EARN + INVEST GmbH
  • Evonik Industries AG
  • EWE AG
  • Festo AG & Co. KG
  • Georgsmarienhütte GmbH
  • Google Germany GmbH
  • Grillo-Werke AG
  • Harting KGaA
  • Herrenknecht AG
  • Hitach Europe Ltd.
  • IBM Deutschland GmbH
  • Infosys Ltd.
  • Intel Deutschland GmbH
  • Jacobs Stiftung
  • Klöckner & Co SE
  • Linde AG
  • Merck KGaA
  • Muhr und Bender KG
  • Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG
  • Porsche AG
  • Quandt, Stefan
  • Robert Bosch GmbH
  • RWE AG
  • SAP SE
  • SCHOTT AG
  • SEW-EURODRIVE GmbH & Co KG
  • Sick AG
  • Siemens AG
  • SMS GmbH
  • Software AG
  • Stahlinstitut VDEh
  • Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e.V.
  • Surteco SE
  • ThyssenKrupp AG
  • TRUMPF GmbH + Co. KG
  • TÜV Rheinland Berlin Brandenburg Pfalz e.V.
  • TÜV SÜD AG
  • UNITY AG
  • Volkswagen AG
  • WAGO Kontakttechnik GmbH & Co. KG
  • Weidmüller Interface GmbH & Co. KG
  • Wittenstein AG
  • ZF Friedrichshafen AG

Sachleistungen

  • BMW AG
  • Deutsche Lufthansa AG
  • Deutsche Telekom AG

Standorte